An den Präsidenten der ADD Trier

 

Sehr geehrter Herr Präsident Linnertz,

wir haben das Schreiben bzgl. der geplanten Schließung der GS Oberkail von Ministerin Frau Stefanie Hubig erhalten, sowie das Schreiben des Schulrates Herrn Klee, das inhaltlich identisch ist. Wir sind mit der geplanten Schließung nicht einverstanden, da wir diesen Schreiben entnehmen,

-          dass die Akzeptanz der Eltern offensichtlich nicht gegeben sei

-          unsere Schülerzahlen rückläufig seien.

Aber dies wird keinesfalls der Faktenlage gerecht, und wir können nicht nachvollziehen, wie der ADD dies so dargestellt werden konnte. Deshalb erlauben wir uns mit diesem Schreiben die Faktenlage klarzustellen.

Das erste der Argumente gegen den Erhalt der Schule ist die angeblich fehlende Akzeptanz der Eltern, ablesbar an den Anmeldungen. Fakt ist:

Einschulung 2014: 15 Kinder sollten eingeschult werden, 8 wurden eingeschult. Grund: Zwei der Kinder waren bereits im Vorjahr als Kannkinder eingeschult worden. Ein Kind wurde in Kyllburg eingeschult, ein weiteres in Spangdahlem. Beides aus familiären bzw. beruflichen Gründen. Ein Kind besucht eine Förderschule, ein Kind ist vor der Einschulung umgezogen und ein amerikanisches Kind ging doch zur amerikanischen Schule.

Einschulung 2015: 9 Kinder waren gemeldet, 8 wurden eingeschult. Ein Kind zog vor der Einschulung um.

Einschulung 2016: 13 Kinder waren gemeldet, 9 Kinder wurden eingeschult. Ein Kind war bereits ein Jahr vorher eingeschult worden, ein Kind kam nicht wie geplant zu den Pflegeeltern nach Oberkail, zwei Kinder zogen um.

Einschulung 2017: 9 Kinder waren gemeldet, 5 Kinder wurden eingeschult. Ein Kind wurde bereits 2016 eingeschult, zwei Kinder wurden aus beruflichen Gründen der Eltern in Kyllburg bzw. Bitburg-Süd eingeschult, zwei zogen um.

Einschulung 2018: alle Kinder wurden angemeldet.

Wie Sie sehen, gibt es vielfältige Gründe, weshalb insgesamt vier Kinder nicht in Oberkail angemeldet wurden. Wie kann man da von fehlender Akzeptanz der Eltern reden?

Das zweite Argument waren die sinkenden Schülerzahlen. Diese stellen sich für die nächsten Jahre wie folgt dar:

2017/18

2018/19

2019/20

2020/21

2021/22

2022/23

31

33

39

38

45

43

Daraus folgt, dass wir ab dem Schuljahr 2020/21 wieder eine dritte Klasse bilden könnten und die Schule dann von der Prüfung ausgenommen wäre.

Wir denken, dass die Zahlen für sich sprechen und die Anwendung der Ausnahmeregelung für diese Schule rechtfertigen.

Weiterhin sollte bedacht werden, dass

-          die Schule in einem guten baulichen Unterhaltungszustand ist,

-          der Brandschutz und die Amokprävention ausgeführt wurden,

-          der PC-Raum auf dem neuesten medientechnischen Stand ist inkl. einer interaktiven Tafel,

-          eine gut ausgestattete Schülerbibliothek vorhanden ist,

-          viele Spielgeräte für die Pausen sowie ein gut ausgestatteter Spielplatz vorhanden sind,

-          die Schule über eine gut ausgestattete Sporthalle im Hause Kayl verfügt,

-          genügend Klassenräume zur Verfügung stehen und

-          das Gebäude unter Denkmalschutz steht und so leicht keiner anderen Verwendung zugeführt werden kann.

Außerdem möchten wir noch folgende Pluspunkte unserer Schule anführen:

Die besonderen Stärken der Differenzierung, die vorbildlichen pädagogischen Initiativen zur Inklusion und Integration, speziell eingerichtete Arbeitsplätze für Kinder mit Behinderungen oder der gelebten Partizipation durch Einrichtung eines Kinderparlamentes. Zudem die Teilnahme an Projekten zur Gesundheitsförderung, der Sucht- und Gewaltvorbeugung, die die Kinder 4 Jahre lang begleiten, die vorbildliche Kooperation mit dem Kindergarten, dem „Schnupperunterricht“ für Vorschulkinder, der regelmäßig stattfindet, an die Teilnahme am Projekt „Betreuende Grundschule“, die es erlaubt, den Eltern vor und nach dem Unterricht ein flexibles Betreuungsangebot machen zu können. Weitere wesentliche Punkte sind die Einbettung der Schule in das lebendige Dorfleben nicht nur von Oberkail, sondern auch von Gindorf und Gransdorf, die Stärkung des Zusammenhaltes in den Dörfern, die Verankerung in der Heimat, u.a. in Gestalt eines von der Schule angelegten und gepflegten Waldlehrpfades und des für das nächste Schuljahr angedachten (und schon geplanten) grünen Klassenzimmers in Zusammenarbeit mit der Arenbergschen Forstverwaltung. Welche andere Schule hat schon solche außerschulischen Lernorte?

Wir denken, man sollte sich der Stärken dieser Schule bewusst werden und vor allem die objektive Faktenlage zur Basis der Entscheidung heranziehen. Somit wäre unserer Überzeugung nach die Anwendung der Ausnahmeregelung für diese besondere Schule gerechtfertigt.

Wie groß die Akzeptanz der Eltern ist, können Sie den Unterschriftslisten entnehmen, die Ihnen demnächst gesondert zugehen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Lustisch Kehla Velkchen

Wohnt er noch in Berlin, der Wilhelm Schulze? Drauf die Cousine: „Woher soll ich das wissen. Ich kenne den Mann nicht!" Leo war überrascht und verwundert zugleich, dass die Cousine den Wilhelm Schulze aus ihrem Wohnort Berlin nicht kannte und gab ihr vorwurfsvoll zu bedenken: „Den musst du kennen, den Wilhelm Schulze. Denn er wohnt mitten in Berlin! Genauso wie Du. Das kann doch nicht sein, dass du den Wilhelm nicht kennst, wo er doch mittendrin in deiner Heimatstadt wohnt!"